Vor 250 Millionen Jahren wurden sie als Korallenriffe geboren, heute ragen die weißen Felstürme selbstbewusst in den Himmel.
Entstehung
Die Dolomiten sind ein Teil der Südalpen und zeichnen sich durch das besondere, helle Dolomit-Gestein aus. Aus geografischer Sicht bezieht sich der Begriff auf den Grenzbereich der drei italienischen Provinzen Südtirol, Trient und Belluno.
Das charakteristische Gestein der Dolomiten besteht aus versteinerten Korallenriffen aus dem Trias-Zeitalter (vor etwa 250 Millionen Jahren). Diese Riffe wurden von Organismen und Sedimenten im tropischen Urmeer Tethys gebildet.
Durch das Aufeinanderprallen der adriatischen und der eurasischen Platte wurde der gesamte Alpenraum in die Höhe geschoben, wodurch auch die Dolomiten zum Gebirge wurden.
Interessant ist die unterschiedliche Ausprägung der Felsformationen. Schlern- und Sella-Massiv weisen die Form von Tafelbergen auf, zwischen denen sich ausgedehnte Hochflächen wie die Seiser Alm erstrecken. Im Kontrast dazu stehen die stark zerklüfteten Massive wie etwa die Drei Zinnen und der Rosengarten . Grund hierfür sind Gesteins-Partien, die vulkanischen Ursprungs sind. Diese verwittern leichter und lassen Zerklüftungen und abgerundete Ebenen entstehen.
Der einzige heute noch existierende Gletscher der Dolomiten ist der Marmolatagletscher im der Provinz Belluno.
Benennung
Der Name der Dolomiten wie auch des Dolomitgesteins leitet sich von dem französischen Geologen Déodat de Dolomieu (1750-1801) ab, der als erster das charakteristische Gestein beschrieben hat. Davor war die Bezeichnung „Monti pallidi” – “bleiche Berge” verbreitet. Der eigentliche, von Dolomieu beschriebene “Dolomit” ist ein Mineral, ein Calcium Magnesium Carbonat, das zu unterschiedlichen Anteilen in den weißlich-grauen Kalksedimenten des Dolomiten-Gebirges enthalten ist.
Bevölkerung
In den einst sehr unzugänglichen Dolomitentälern konnte sich die ladinische Sprache bis heute halten. Es handelt sich dabei um eine rätoromanische Sprache, die sich aus dem Vulgärlatein entwickelte. Vor Jahrhunderten im Alpenraum weit verbreitet, sind heute wenige rätoromanische Sprachinseln geblieben (Dolomiten, Graubünden).
Zudem verläuft die Sprachgrenze zwischen deutsch und italienisch ebenfalls im Dolomitengebiet. In den Südtiroler Tälern Gadertal und Gröden werden deshalb alle drei Sprachen gesprochen.
Geschichte
Um den Ursprung des Gebirges und besondere Naturphänomene wie das abendliche, rote Leuchten der Dolomiten (Enrosadira) ranken sich viele Legenden. Der Zyklus der Dolomitensagen bevölkert die Landschaft mit Sagengestalten wie Mondprinzessinnen und Zwergenkönigen.
Die Geschichte des Alpinismus in den Dolomiten begann 1802 mit dem ersten Versuch einer Besteigung der Marmolata, dem mit 3.342 m höchsten Gipfel der Dolomiten. Im Laufe des 19. Jh. wurden alle wichtigen Gipfel von europäischen Alpin-Pionieren, oft mit Hilfe einheimischer Bergführer, bezwungen. 1867 wurde die Brennerbahn eröffnet, wodurch das Gebiet für Reisende leichter erreichbar wurde. Waren es zunächst nur Abenteurer die das Unbekannte lockte, folgten bald auch Neugierige aus ganz Europa, die den bleichen Bergen einen Besuch abstatteten.
Zwischen 1866 und 1918 verlief die österreichisch-italienische Grenze durch die Dolomiten. Südtirol, das Trentino, Buchenstein und Cortina waren österreichisch.Während des ersten Weltkrieges (1915-1918), als Italien auf Seiten der Entente stand, verlief hier die Gebirgsfront. Vielerorts sind noch Kriegsspuren, wie in den Berg getriebene Stollen zu sehen. Bekannt ist der durch Sprengung zum Einsturz gebrachte Gipfel des Col di Lana.
Heute liegen die Dolomiten zur Gänze auf italienischem Gebiet, zu etwa gleichen Teilen in den Provinzen Südtirol, Trient und Belluno.


